Warum ich die Aspekte der Astrology API verworfen und alles selbst neu berechnet habe
Ich habe keinen eigenen Astroprozessor. Die Position des Mars am Himmel in einer bestimmten Sekunde des Jahres 1988 zu berechnen — das ist Astronomie: NASA-Ephemeriden, Präzession, Nutation. Ich hätte die Daten herunterladen und die Berechnung selbst schreiben können, aber es ist einfacher und zuverlässiger, die Positionen von einer externen API zu beziehen. Was man mit diesen Positionen danach macht — das ist Astrologie, und da vertraue ich nur mir selbst.
Was von der API kommt
Der externe Dienst erhält Geburtsdatum, -zeit und -ort und liefert ein Geburtshoroskop zurück: Positionen aller Planeten (Grad, Minute, Zeichen), Häuserspitzen, Aspekte zwischen Planeten und vieles mehr.
Das Abonnement kostet 49 $ pro Monat. Positionen und Häuserspitzen berechnet die API präzise — das ist Astronomie, da kann man wenig falsch machen. Aber alles andere ist eine Interpretationsschicht, und die überzeugt mich nicht.
Was nicht passt
Orbis — das Hauptproblem. Ein Orbis ist die Toleranz: wie weit ein Aspekt vom exakten Winkel abweichen darf und trotzdem als wirksam gilt. Die API verwendet eigene Orbis, die nicht mit denen übereinstimmen, die ich gelernt habe. Das Ergebnis — ein Teil der Aspekte in der Karte ist überflüssig, ein Teil der wichtigen fehlt.
Fiktive Punkte. Die API lieferte Lilith, aber ohne ihre Aspekte. Eine Lilith-Mond-Konjunktion bei 1° ist ein gewichtiger Indikator, doch die API zeigte ihn schlicht nicht an. Warum — weiß ich nicht.
Aspekt-Set. Die API berechnet möglicherweise Nebenaspekte, die wir nicht brauchen, oder übersieht wichtige aufgrund ihrer eigenen Orbis.
Am Ende war die Lösung einfach: von der API nur das übernehmen, was sie zuverlässig berechnet — Objektkoordinaten und Häuserspitzen. Alles andere verwerfen und neu berechnen.
Was neu berechnet wird
Aspekte
Eine eigene Orbis-Tabelle für jedes Objektpaar und jeden der fünf Aspekttypen. Nicht ein einzelner Orbis für alle Konjunktionen — sondern ein konkreter Orbis für die Sonne-Mond-Konjunktion (10°), für die Merkur-Pluto-Konjunktion (5°), für das Mars-Saturn-Sextil (4°) und so weiter.
Die Logik: Lichter (Sonne, Mond) sind die „lautesten" Objekte, ihre Orbis sind weiter. Äußere Planeten (Uranus, Neptun, Pluto) sind leiser, Orbis enger. Lilith hat die engsten Orbis — nur exakte Aspekte zählen.
Die Genauigkeit eines Aspekts beeinflusst direkt sein Gewicht in der Analyse. Ein Aspekt mit einem Orbis unter 1° ist eine völlig andere Geschichte als ein Aspekt an der Grenze einer 8°-Toleranz.
Verbrennung (Combustion)
Die Nähe eines Planeten zur Sonne — eine separate Berechnung mit drei Zonen. Ein Planet näher als 2° zur Sonne — tiefe Verbrennung: Energie ist mit dem Bewusstsein verschmolzen, von außen unsichtbar. Von 2° bis 5° — stark. Von 5° bis 8,5° — mäßig. Und ein Sonderfall — Cazimi (weniger als 17 Bogenminuten): der Planet im „Herzen" der Sonne, ein besonderer Status.
Die API berechnet das überhaupt nicht — für die Interpretation ist es jedoch entscheidend. Ein verbrannter Mars und ein nicht verbrannter Mars sind zwei völlig verschiedene Beschreibungen.
Würden (Dignities)
Eine eigene Tabelle: welcher Planet in welchem Zeichen Domizil, Erhöhung, Fall oder Exil hat. Das ist die Standardtabelle der westlichen Astrologie, aber sie muss im System explizit vorhanden sein, nicht nur stillschweigend vorausgesetzt.
Zusammengefasst
Von der externen API werden nur Koordinaten übernommen — Astronomie. Die gesamte Astrologie (Aspekte, Orbis, Verbrennung, Würden) wird innerhalb des Systems nach eigenen Tabellen und Regeln berechnet. Diese Daten werden dem Interpreteragenten übergeben, der die energetischen Beschreibungen generiert.
Hätte man ohne externe API auskommen und die Positionen selbst berechnen können? Vermutlich. Aber 49 $ pro Monat für garantiert präzise Astronomie sind ein angemessener Preis dafür, sich auf die Astrologie konzentrieren zu können.